Reiten mit Skoliose – Geht das überhaupt?
Viele Menschen mit Skoliose fragen sich, ob sie reiten dürfen oder ob der Sport ihrem Rücken eher schadet. Die gute Nachricht: Ja, Reiten ist mit Skoliose möglich! Und in vielen Fällen kann es sogar helfen, die Muskulatur zu stärken und das Körpergefühl zu verbessern. Hierbei möchte ich allerdings nochmal erwähnen dass ich kein Mediziner bin oder einen Background in diese Richtung habe, dieser Post beinhaltet meine eigenen Erfahrungen als „Skoliosepatient“ und Reiter.
In diesem Beitrag erfährst du, worauf du achten solltest, welche Vorteile Reiten haben kann und wann Vorsicht geboten ist. Ob ihr letzendes aufs Pferd steigt oder nicht müsst ihr für euch alleine entscheiden.
Was ist Skoliose eigentlich?
Unter Skoliose versteht man eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, die oft mit einer Verdrehung der Wirbel einhergeht. Sie kann angeboren sein oder sich im Laufe des Wachstums entwickeln. Je nach Ausprägung kann Skoliose Schmerzen, Muskelverspannungen oder Haltungseinschränkungen verursachen.
Warum Reiten bei Skoliose hilfreich sein kann
Reiten ist weit mehr als nur im Sattel sitzen, es ist ein Ganzkörpertraining. Besonders der Rumpf, die tiefe Bauch- und Rückenmuskulatur sowie die Beckenstabilität werden ständig aktiviert, um die Bewegungen des Pferdes auszugleichen.
Das hat mehrere positive Effekte:
1. Kräftigung der Rumpfmuskulatur
Die permanente Balancearbeit im Sattel trainiert genau die Muskeln, die bei Skoliose oft zu schwach oder unausgeglichen sind.
2. Verbesserung der Körperwahrnehmung
Reiter mit Skoliose lernen, ihre Haltung bewusster zu spüren und auszugleichen. Ein wichtiger Schritt, um Fehlhaltungen entgegenzuwirken.
3. Rhythmus und Mobilität
Die dreidimensionalen Bewegungen des Pferderückens wirken wie eine sanfte Mobilisation auf die Wirbelsäule. Deshalb wird Reiten auch in der Hippotherapie therapeutisch eingesetzt.
Worauf du beim Reiten mit Skoliose achten solltest
Reiten ist nicht gleich Reiten und bei einer Skoliose gilt es, einige Dinge zu beachten:
- Abklärung: Lass vorab von einem Orthopäden oder Physiotherapeuten prüfen, ob Reiten für dich geeignet ist und welche Bewegungen du meiden solltest.
- Korrekte Haltung: Arbeite mit Reitlehrern, die auf Körperbewusstsein achten z. B. mit Trainern, die Erfahrung im Reiten mit körperlichen Einschränkungen haben.
- Regelmäßige Physiotherapie: Kombiniere das Reiten mit gezielten Übungen zur Haltungskorrektur und Muskelbalance.
- Pferdeauswahl: Ein gleichmäßig gehendes, ruhiges Pferd ist besonders wichtig, um Überlastungen zu vermeiden.
- Hilfsmittel: In manchen Fällen kann ein speziell angepasster Sattel oder eine Sitzkorrektur helfen.
Wann Vorsicht geboten ist
Wenn du unter starken Schmerzen, fortschreitender Verkrümmung oder neurologischen Symptomen leidest (z. B. Taubheitsgefühle, Schwäche in den Beinen), solltest du unbedingt ärztlichen Rat einholen, bevor du reitest.
Fazit: Reiten mit Skoliose ist möglich – mit Achtsamkeit
Reiten kann für Menschen mit Skoliose eine wunderbare Möglichkeit sein, Kraft, Gleichgewicht und Selbstvertrauen aufzubauen. Entscheidend ist, dass du auf deinen Körper hörst, professionell begleitet wirst und dir die Zeit nimmst, deine Haltung bewusst zu schulen.
So wird das Reiten nicht nur ein schönes Hobby, sondern auch ein Stück aktive Rückengesundheit.
Tipp:
Wenn du schon reitest, probiere zusätzlich physiotherapeutische Übungen oder Yoga für Reiter aus, sie helfen, die Wirbelsäule zu stabilisieren und Dysbalancen auszugleichen.
LG Lena
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